Worte fürs Leben finden

In den letzten Wochen fiel es mir wirklich schwer hier etwas zu veröffentlichen.

Einerseits sind wir gut damit beschäftigt, unser überschaubares Familienleben zu organisieren. Inzwischen leben wir seit fast zwei Jahren auf der Insel, haben jede Jahreszeit bereits einmal durchlebt und haben ein Kleinkind, das die Tagesstruktur mit seinen Bedürfnissen prägt. Wir haben unsere Lieblingsrestaurants, eine wöchentlich wiederkehrende Routine, haben uns schlichtweg eingelebt. Vieles fühlt sich weniger spannend, weniger exklusiv an und immer wieder stelle ich mir die Frage: Worüber soll ich denn noch berichten? Kennt ihr nicht schon Alles aus unserem Leben?

Andererseits erleben wir natürlich immer wieder wundervolle, einzigartige Momente. Doch diese sind zu schön und zu schnell vorbei, so dass mir im Nachhinein die Muße fehlt, um sie in Worten wiederzugeben. Vielmehr genieße ich es, in Ruhe auf dem Sofa zu sitzen und die schönen Szenen immer und immer wieder in meinem Kopf abspielen zu lassen. Ich weiß, das ist nicht der Zeitgeist in einer Generation geprägt von Influenzern und live Stories in sozialen Medien. (Für meine Omas hier kurz eine Erklärung: Heutzutage gibt es im Internet eine große Zahl an Menschen, die damit ihr Geld verdienen, Zuschauern in möglichst alle Momente ihres Lebens mit einzubeziehen. Sie halten alles mit ihren Kameras fest, veröffentlichen es anschließend und präsentieren so ihr Leben im Netz.)

Die Vision dieses Blogs ist es,  euch an unserem Leben hier auf GC teilhaben zu lassen. Euch Anteil haben zu  lassen an dem, was uns beschäftigt und bewegt, was uns prägt und unser Leben verändert. Es ist mir wichtig, euch einen authentischen Einblick in meine Gedanken zu geben. Und auch immer wieder mit Fotos eine bildliche Vorstellung zu ermöglichen, wie unser Leben in der Ferne aussieht. Wenn ich es mir recht überlege, war dieser Blog vielleicht auch eine Strategie, mich selbst dazu zu zwingen, unser Leben zu dokumentieren und festzuhalten, als Art öffentliches Tagebuch, auf das ich irgendwann beim Schreiben meiner Memoiren zurückgreifen kann, um meine Erinnerungen aufzufrischen.

Worauf ich hinauswill ist folgendes: Das Leben ist kein Wunschkonzert,  aber dieser Blog schon. Ich darf schreiben worüber ich will und jetzt drehen wir den Spieß einfach mal um: Ihr dürft euch wünschen worüber ihr mehr lesen wollt. Ich brauche eure Inspiration, um  aufs Neue  ins Nachdenken und ins Tippen zu kommen.

Also nur her mit euren Themenvorschlägen. Aussortieren kann ich hinterher immer noch.

Ich freue mich von euch zu hören.
Eine herzliche Umarmung an euch alle – denn die Vermisse ich zuweilen am Meisten.

LeneUnterschrift

P.S.: Das Foto oben habe ich bewusst gewählt, weil es mein Dilemma verdeutlicht. Es zeigt einen dieser (un)perfekten Alltagsmomente. Unser Ausflug an den rauhen und windigen Stadtstrand von Las Palmas. Theo quitscht vergnügt über die Wellen, die an die Felsen schlagen, ich versuche mir verzweifelt die Haare aus dem Gesicht zu streichen und – Klick – Tobi macht ein Foto. Ein Schnappschuss, der nicht schön, aber eben echt ist. Für uns durchaus besonders, aber irgendwie nicht besonders genug, um darüber zu schreiben…

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